Lieber Jürgen Specht,
es freut mich, dass Du meinen Flug vom Hochkönig analysierst. Ein paar Kommentare dazu:
Ich hatte eigentlich ein FAI-Dreieck (WP Paß Thurn - Hochkönig) geplant. Start war, nicht wie die GPS-Zeit sagt, kurz von 9.00 Uhr, sondern kurz vor 11.00 Uhr (hat irgendwas mit "Mitteleuropäischer Zeit zu tun"). Die Strecke zwischen Hochfelln und Waidring habe ich keineswegs "meisterlich" bewältigt, sondern eher dämlich. Da mich der Boxi und ich ihn, anscheinend etwas unter Druck gesetzt hat, sind wir viel zu nieder in die flachen Nordhänge links der Steinplatte eingeflogen und konnten uns gerade noch Richtung Lofer retten. Viel besser wäre es gewesen den verlorenen Bart Nähe Dürrnbachhorn wieder zu suchen, ihn bis zur Basis auszudrehen und diese schattige "Flachlandüberquerung" mit mehr Höhe zu machen. Der Flug wäre fast vorbeigewesen, ärgerlich an so einem Hammertag.
Ich habe auf Sicherheitsstil umgeschaltet, meine eigenen Linien geflogen, trotzdem mußte ich am Wildseeloder ewig kämpfen bis mich endlich die wiederkommende Sonne an die Basis brachte. Bis zum Paß Thurn war ich recht langsam, das fast absaufen an der Steinplatte, der Wildseeloder und vor allem der stärker werdene Westwind kosteten Zeit. Vom Paß Thurn ab gings flott dahin bis zum Hochkönig, nur eine gute Stunde - Hohe Basis - Rückenwind - gute Thermik. Am Hochkönig traf ich auch den Boxi wieder. Da es nach Osten so flott ging, gab ich meinen Dreiecksplan auf. In der Nähe Gröbming kam ich dann allerdings in den hochreichenden, hier von Osten blasenden Talwind, also schaute ich, so weit wie möglich zurückzukommen, was mit Umkehrthermik bis Schladming auch ganz gut gelang.
Ich kann nur für uns alle hoffen, dass die Flugsaison 2003 auch so schöne Streckenflugtage bringt. Ganz gleich ob wir an so einem Tag 20 oder 200 km fliegen, am Abend weiß man, dass wir den schönsten Sport der Welt betreiben.
Schöne Flüge
Sepp Gschwendtner