Der DHV und die "neuen 2er": Neuordnung des Weltbildes

Über die "neuen 2er" ist viel geschrieben, gesprochen und geschimpft worden, derzeit kann man den Stand der Dinge wohl so darstellen:

War man noch vor einem Jahr mit einem 1-2er der Idiot am Startplatz, hat sich diese Klasse nun als Standardklasse für Freizeitpiloten durchgesetzt. 1997 wurde man dagegen als 2er Pilot ständig angesprochen, als wäre man entweder suizidgefährdet oder Werkspilot: "Oh, der neue 2er von xxx, ist das auch so eine Schweinekiste?"

 

Um diesem Veränderten Weltbild Rechnung zu tragen, hat nun auch der DHV reagiert:

  1. Ab 1998 kommt ein geändertes Gütesiegelverfahren zum Zuge, die den sehr dynamischen 2er-Kandidaten das Handwerk legen sollen. Dabei wird das Wegdrehen nach Einklappern, das Gegenklappen und die Stabilität der Spirale neu beurteilt. Schirme bis Kategorie 2 dürfen dann nur noch mäßig wegdrehen und nicht gegenklappen.
  2. Die Deutsche Streckenflugmeisterschaft (ehem. Streckenflugpokal) wird ab 1998 in der Klasse 1 und 1-2 als Sportklasse separat gewertet
  3. Die Gütesiegeleinteilung und -empfehlung wird geändert, wenn das Kind schon anders fliegt, soll es auch einen anderen Namen haben:

    Einstufung Klasse Pilotengruppe
    1, 1-2 Sportklasse Inhaber des beschränkten Luftfahrerscheins
    2 Performance Piloten, die ein Fortbildungstraining absolviert haben
    2-3, 3 keine Bezeichnung
    (namenloses Grauen)
    Piloten, die ein DHV-anerkanntes Sicherheitstraining absolviert haben

 

Die genaue Spezifizierung liest sich dann wie folgt:

Klasse 1: Gleitschirme mit gutmütigem, weitgehend fehlerverzeihendem Flugverhalten
Klasse 1-2: Gleitschirme mit gutmütigem Flugverhalten
Klasse 2: Gleitschirme mit anspruchsvollem Flugverhalten und dynamischen Reaktionen auf Störungen und Pilotenfehler. Für Piloten mit Könnensstand Performance und regelmäßiger Flugpraxis.
Klasse 2-3: Gleitschirme mit sehr anspruchsvollem Flugverhalten und heftigen Reaktionen auf Störungen. Geringer Spielraum für Pilotenfehler. Für Piloten mit Könnensstand Sicherheitstraining und umfassender Flugerfahrung sowie regelmäßiger Flugpraxis.
Klasse 3: Gleitschirme mit sehr anspruchsvollem Flugverhalten und sehr heftigen Reaktionen auf Störungen. Kein Spielraum für Pilotenfehler. Für Piloten mit Könnensstand Sicherheitstraining und ständiger Flugpraxis.


Der Könnensstand Performance resultiert dabei aus einer Teilnahme an einem Performance-Seminar in einer DHV-zugelassenen Performance-Flugschule (R-Geräte-Training in der Halle, Start- und Landeübungen, aktives Fliegen in thermischer Luft).

 

Abschließend bleibt noch Karl Slezaks Aussage zu zitieren:

"Der Durchschnittspilot hat auf einem 2er Schirm nichts verloren."

 


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