Am 11.03.2001 um 22:50 sendete SAT 1 einen Beitrag zu Thema Wetter. Unter anderem sollte aufgezeigt werden, inwieweit wir "Paragleiter" vom Wetter abhängig sind.  Der Beitrag fing mit einer Ansage der
Moderatorin Susanne Kripp an, Originaltext:

"Geradezu abhängig vom richtigem Wetter sind Paragleiter. Wenn denen die entsprechende Thermik fehlt wird aus dem traumhaften Gleitflug all zu schnell ein halsbrecherischer Sturzflug. Plötzliche Gewitter können die Flieger tückisch ins trudeln bringen. Kein Wunder also, das paragliding bei aller Faszination als gefährliche Sportart gilt. Umso wichtiger ist es deshalb für jeden Piloten eine sichere Ausrüstung zu haben. Nur, was ist wirklich sicher da oben. Beim Materialcheck in der Luft riskieren waghalsige Testflieger ihr Leben, wie zum Beispiel dieser Mann."

Es folgen Bilder vom Achensee, wie Toni gerade einen Fullstall einleitet. Der Kommentar dazu:

"1000 Meter über dem Achensee, die Windströmung reisst ab, der Geleitschirm sackt zusammen, der Pilot scheint in todesgefahr. Doch, was aussieht wie ein Absturz, ist der Job eines Gleitschirmprofis. Der Mann an den Kevlarseilen ist Toni Bender seit 20 Jahren Prüft der 42 Jährige belastbarkeit und Sicherheit von Prototypen. Toni fliegt die Schirme an ihre Grenzen, und manchmal darüber hinaus. Er lässt sie trudeln und kollabieren, rast mit Tempo 100 dem Wasser entgegen und behält dabei, immer die Kontrolle. Gleitschirmfliegen ist ein gefährlicher Sport. (Nun zeigt SAT1 einen Gleitschirmpiloten mit einem uralt Schirm, den es bei der Landung aufs Maul haut) Vorallem Anfänger überschätzen schnell ihre Fähigkeiten und beurteilen das Wetter falsch, (schneller Szenen wechsel zu einem gestelltem Absturz) Schwere Unfälle sind die Folge. Allein in  Deutschland Stürzen jedes Jahr über 100 Gleitschirmflieger ab. Tendenz, rückläufig. Denn die Ausbildung ist strenger geworden, Konstruktionstechnik und Materialien werden immer weiter verbessert. Mit seinem schwindelerregendem Job beeinflusst Toni Bender diesen positiven Trend entscheidend."

Tatelütetüt, das Planetopia Logo wird eingeblendet. Die Moderatorin Susanne Kripp kommt wider ins Bild und sagt:

"Und wie er das genau macht, werden wir ihn gleich fragen, gleich ist er bei mir und dann reden wir auch über seine bisher spektakulärste Tour. Die war mehr als nur ein kleiner Spazierflug am Himmel."
Hier Weiterlesen.
Einblendung: Planetopia ALPENFLUG  "Gewaltige Bergmassive, tückische Windstrudel und ein kühnes Unterfangen, mit dem Gleitschirm über die Alpen. (Szenenwechsel Planetopia HÖHENTOUR)  und, Tour in den Tod, eine Lawine reisst eine Alpenvereinsgruppe ins Verderben. Konsequenzen. Ein Jahr danach. JETZT IM PLANETOPIA."

Werbepause.

Werbepause Ende. Es kommt die Moderatorin Susanne Kripp zusammen mit Toni Bender ins Bild.
Moderatorin Susanne Kripp:
"Ein paar schmale Schnüre, und an die hängen Gleitschirmflieger ihr Leben und einen der besten in Deutschland begrüssen wir jetzt bei Planetopia, herzlich willkommen Toni Bender."
Toni Bender:
"Hallo"
Moderatorin Susanne Kripp:
"Herr Bender, wenn ich sage, ähm schmale Schnüre, die halten aber trotzdem einiges aus, oder?"
Toni Bender:
"Ja, eine dieser Schnüre hält drei mal so viel wie ich wiege und das sind 20 Stück, also von daher ist das kein Problem"
Moderatorin Susanne Kripp:
"Hm, ja sind doch relativ stabil. Nützt einem aber alles nichts, wenn die sich heillos verheddern, wir haben ja vorhin diese Flugmanöver gesehen, mit denen sie die Gleitschirme testen. Hat man da nicht fürchterliche Angst zwischendurch, das sie sich alles verheddert und man runterplupst wie ein Stein.
Toni Bender:
"Nee, davor habe ich keine Angst, das ist mein Job diese Dinge aus zu probieren und es geht drum, die Schirme sicher zu machen und zu verhindern, das sie eben in solche kritischen Situationen kommen.
Moderatorin Susanne Kripp:
"Trotzdem sah das recht gefährlich aus, also besteht den die Gefahr das sie abstürzen und ihnen was ernsthaftes passiert?"
Toni Bender:
Was ernsthaftes passiert mir beim Testen eigentlich nicht, ist mir auch noch nie passiert, weil ich erstens einen Rettungsschirm dabei habe, zweitens 'ne Schwimmweste an habe, weil ich diese Testflüge nur über Wasser mache und es ist auch immer ein Boot da. Das........."
Moderatorin Susanne Kripp:
"Das heisst also, es gibt eine sanfte Landung. Das ist aber nicht das einzige, was sie sich trauen, sie haben sich auch noch was ganz anderes getraut. Nämlich einen Flug, komplett über die Alpen. Den schaun wir uns jetzt mal an und da waren auch 'ne ganze Menge Zuschauer am Start ich glaube sogar die Kühe waren ganz fasziniert."

Nun Folgen 2 minuten und 28 Sekunden Ausschnitte aus dem Film "Glückliche Ikarus" Dann kommt die Moderatorin Susanne Kripp zusammen mit Toni Bender wider ins Bild.

Moderatorin Susanne Kripp:
"Tja, sieht eigentlich alles so ganz lässig aus. War's aber doch mit Sicherheit nicht oder gabs da die eine oder andere Situation wo sie gedacht haben, oh jetzt habe ich es nicht mehr im Griff.
Toni Bender:
"Insgesamt wars ein wunderschöner Flug aber das schwierige war für mich, mit den Kameras zu fliegen, die waren teilweise am Gurtzeug, teilweise am Schirm und die haben natürlich das Flugverhalten des Schirms schon ziemlich verändert.
Moderatorin Susanne Kripp:
"Ein bisschen ungewohnte Situation. Sprechen wir jetzt noch mal über die wichtigkeit des Wetters. Inwieweit das jetzt überhaupt berechenbar ist. Also wir haben gesehen die Schönwetterwolken, die nutzen einem damit kann man wunderbar aufsteigen aber es gibt auch Wolken, vor denen sollte man sich besser in acht nehmen. Wir haben dazu auch noch mal ein paar Bilder vorbereitet. Genau, (es können einige Bilder von Cumuluswolken, und Toni wie er gerade so halbschalig im Wolkenrand rumsuppt) Woher weiss man jetzt, ist das nun 'ne gute Wolke oder 'ne Schlechte."
Toni Bender:
"Das kann man sehen, das sind zum Beispiel Cumulus Wolken, die sind wunderbar, die können sich aber sehr schnell höher ausbilden und zu Gewitterwolken werden deswegen muss man sich sehr genau informieren. Aber man kann als erfahrener Pilot oder jeder der sich mit Meteorologie beschäftigt, kann das sehen ob die noch gut ist oder ob die schon kritisch wird."
Moderatorin Susanne Kripp:
"Da hört man immer wieder diese Horrorgeschichten, das Flieger  nach oben gezogen werden, ins Eis kommen und tatsächlich erfrieren. Besteht diese Gefahr?"
Toni Bender:
"Wenn am direkt unter so ne Cumulonimbuswolke,  unter 'ne Gewitterwolke drunter fliegt, kann das durchaus passieren. Das darf er auf keinen Fall machen."
Moderatorin Susanne Kripp:
"Also absolut wichtig sich vorher über das Wetter auch zu informieren. Wie machen sie das"
Toni Bender:
"Ich schau am Abend vorher die Wetterkarte an. Informiere mich auch im Internet. Das hat man ja sehr schön gesehen. Und Morgens gibt's Segelflugwetterberichte und es gibt auch in den Fluggeländen lokale Wetterberichte die man abrufen kann, über Telefon zum Beispiel."
Moderatorin Susanne Kripp:
"Jetzt bei dieser Tour über die Alpen ist ja glücklicherweise ihnen nichts passiert. Es gab aber mal 'ne andere Tour, in Monaco, da haben sie sich sehr schwer verletzt. Nämlich 50 Knochen gebrochen. Was ist da passiert?"
Toni Bender:
"Ich hab vor 10 Jahren, ich war einfach leichtsinnig. Ich bin mit 'ner Kamera geflogen, hab durch die Kamera durchgeschaut und hab dem Fliegen nicht die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt. Hab 'nen Felsen übersehen und bin genau dagegen geflogen."
Moderatorin Susanne Kripp:
"Und haben sich relativ schwer verletzt aber sie sind trotzdem weitergeflogen,. Sie sind ja mittlerweile ja auch ein  erfahrener Flieger. Was sind den so die Häufigsten Unafallursachen Überhaupt beim Fliegen."
Toni Bender:
"Die häufigsten Unafallursachen sind schlechte Ausbildung, das heisst die Piloten sind technisch schlecht, oder sie kennen sich mit dem Wetter überhaupt nicht aus. Gehen da unnötige Risiken ein. Also die meisten Unfälle Passieren in Bodennähe, direkt nach dem Start oder vor der Landung:"
Moderatorin Susanne Kripp:
"Jetzt denken ja viele gerade in der Höhe ist es gefährlich aber tatsächlich sieht es anders aus."
Toni Bender:
"Je Höher umso sicherer. Man kann, wenn man Höhe hat Fehler korrigieren. Man kann da auch noch seinen Rettungsschirm werfen. Also Höhe ist Sicherheit."
Moderatorin Susanne Kripp:
"Herr Bender, wenn jetzt jemand sagt, toll das ist mein Hobby, das möchte ich gerne anfangen. Worauf sollte man am Meisten achten bei der Ausbildung."
Toni Bender:
"Das Wichtigste ist eben 'ne fundierte Ausbildung, das man sich 'ne gute Schule sucht und unser Verband der hat so ne Schulliste gemacht und das wichtigste ist, man muss ich auskennen mit Aerodynamik, man muss sich auskennen mit dem Wetter und man muss wissen was man macht, dann ist es ein sichere Sport."
Moderatorin Susanne Kripp:
"In dieser Liste kann man auch nachschauen welche Schule gut ist und welche nicht."
Toni Bender:
"Genau, hüstel"
Moderatorin Susanne Kripp:
"Herr Bender für alles was sie in Zukunft vorhaben. Bei ihren riskanten Touren. Toi, toi, toi, Hals und Beinbruch und Danke das sie bei uns waren."
Toni Bender:
"Nichts zu danken."