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Die Weltneuheit zuerst: Damit wir nicht wieder alles doppelt schreiben haben sich Amin und ich dieses Mal abgestimmt, daher zwei Teilberichte mit unterschiedlichen Inhalten von der FreeFlight '99:

 

Zum zweiten Mal nach der Augsburg-Ära traf man sich vom 16. bis 18. April in Garmisch-Partenkirchen in der Eissporthalle zur FreeFlight um Neues zu präsentieren, zu sehen, zu verkaufen, zu kaufen oder um einfach nur dabei zu sein. Das ganze Ereignis litt beträchtlich unter dem Wetter, das wirklich saumäßig war. Schon in Anbetracht der Prognose hatten wohl viele Besucher den Weg nach GaP gescheut und es sich auf dem heimischen Sofa gemütlich gemacht, war doch an selber fliegen oder großartige Freiluftshows kaum zu denken (die Ausnahme bestätigt die Regel). Der subjektive Eindruck vom Samstag war dann auch der, daß die Anzahl der Besucher nicht überwältigend groß war, ich denke auch geringer als letztes Jahr. Dieser Umstand schlug sich dann auch auf die Partyevents nieder, waren die BananaFishbones am Freitag wohl noch kräftig besucht, was allerdings auf eine große Zahl nichtmessebesuchender Fans zurückzuführen war, hielt sich der Andrang auf der Gong-Party am Samstag doch deutlich in Grenzen. Während letztes Jahr bis tief in die Nacht gefeiert wurde, was wir nur am Rande mitbekamen, waren wir doch mit der Instandsetzung unseres Autos beschägtigt, funktionierte dieses Jahr das Auto zwar problemlos, aber dafür gingen um 1.00Uhr die Lichter an und der Zugang wurde von den Ordnern in eine Einbahnstraße nach draußen umfunktioniert.

Die Messe selbst präsentierte sich von der Veranstalterseite her sehr professionell, gut organisiert und mit einer optimalen Raumausnutzung. Alle drei Hallen waren gut gefüllt aber dabei sehr aufgeräumt und übersichtlich, die Wege breit und ohne Stauzonen und über die Gastronomie im ersten Stock hörte man dieses Jahr auch nicht so viel negatives, wie noch im letzten. Allgemein wurde von verschiedenen Seiten bemängelt, daß es an vielen Ständen (nicht an allen!!) nicht einfach war, kompetente Ansprechpartner zu finden, da viele Cracks damit beschäftgt waren, sich "Feind Kunde" vom Hals zu halten oder da nur adrettes Verkaufspersonal zur Verfügung stand, das bei jeder Detailfrage überfordert war. Auch konnte man teilweise satte 15min in einem Gurt herumturnen oder an einem Schirm zupfen, ohne das jemand eine Beratung angeboten hätte. Hatte man sich dann mal zu einem kompetent wirkenden Gesicht durchgekämft, hieß es dann "nachher wenn ich hier fertig bin" oder "haben wir gerade erst reinbekommen, kann ich nichts zu sagen". Am Stand eines Schirmherstellers stand zwar der Chef höchstselbst Rede und Antwort, konnte aber zu seinem kommenden Produkt nichts sagen außer "R. hat gesagt, der wird sauschnell" oder "R. hat aber gesagt, der ließe sich traumhaft starten", wobei R. wohl der Konstrukteur des Betriebes ist. Immerhin gab es schon einen Prospekt in dem zu lesen ist: "Profis und Hobbypiloten sind begeistert vom Handling des..." - hat wahrscheinlich auch R. gesagt...

Alles in allem ließ also an vielen Ständen die nötige Professionalität wieder einmal auf sich warten, in diesen ach so schweren Zeiten kaum zu verstehen. Aber, und das muß noch einmal betont werden, es gab ruhmreiche Ausnahmen!!

Ein Dank geht an Karl von Montana, der sein Versprechen eingehalten hat und den Internetler ein Bierchen zukommen ließ! Ich glaube fast, das wird eine schöne Tradition, oder Karl? Stichwort Internetler: Am Samstag um 19.00Uhr trafen sich dann  einige im IN-Cafe, großteils ein Wiedersehen alter Bekannter, so waren Guido, Markus S. und Tom Webmaster wieder im Boot, die auf der Thermik gefehlt hatten. Als Stammgäste dabei waren Bernhard Schatz, Klaus & Steffi, Maxl sowie Armin und meine Wenigkeit. Neu in der Runde der "Forumler mit Gesicht" war Andy Angerer sowie Roland, ein mehr lesender Kollege, und - spät aber immerhin - unser Heli Hintner, den kennenzulernen besonderen Spß gemacht hat. Leider entglitt uns die Organisation etwas und nach 5-10 Telefonaten landeten wir dann in zwei verschiedenen Restaurants, einige hatten sich auch schon verabschiedet. Daher war es dann auch nicht so lustig, wie auf der Thermik, beim nächsten Mal brauchen wir ganz dringend verbindliche Anmeldungen und jemanden, der vor Ort schon mal eine Reservierung klar macht, wie Uli in Böblingen '98. Aber das bekommen wir schon hin.

Interessant war nach einem Jahr das Gespräch mit Tom, unserem Forumswebmaster. Das Forum ist ganz schön flügge geworden, verzeichnet er doch 25.000 Userzugriffe pro Monat nur auf's Forum und 30.000 für die DHV page!

Mein besonderes Augenmerk bei dieser FreeFlight lag auf Gurtzeugen, wollte sich doch ein Freund eines kaufen und mir erschien dieser "rote Faden" auch sinnvoll, Schirme auf Messeständen anzusehen ist etwas wenig fruchtbar. Ich will jetzt hier nicht jedes Gurtzeug mit allen Features vorstellen, das könnte ich auch gar nicht, sondern einfach mal meinen Gesamteindruck der Palette wiedergeben. Zunächst mal ist es gar nicht einfach, ein preiswertes, einfaches Gurtzeug zu finden, wie es von Wenigfliegern gewünscht wird. Diese einfachen Lösungen ohne viel Schnickschnack wie Trinkschlauchdurchführung, Fototasche und so weiter, die aber trotzdem ein Maximum an Sicherheit bieten, gibt es kaum noch. Bereits die Grundmodelle liegen preislich so nah bei den Topsitzen, daß viele dann wohl auch "die paar Hunderter" noch draufschlagen. Die angebotenen Leichtgurte sind oft für Bergsteiger konzipiert und gehen nicht unerhebliche Kompromisse bei der Sicherheit ein, insbesondere bei den Protektoren.

Allgemein ist zu beobachten, das die Reise ganz stark in Richtung der Sitz-Liege-Gurte geht. Die Idee dabei ist, in der Thermik aufrecht zu sitzen, wie in einem gewohnten Gurt, sich beim Beschleunigen dann aber lang zu machen, um weniger Luftwiederstand zu bieten. Tatsächlich fällt auch einem Streckenneuling schnell auf, das die Sitzposition beim Speeden doch sehr bescheiden ist und er wünscht sich eine etwas flachere Position, ohne jedoch im nächsten Bart liegend durchgeschüttelt zu werden. Ganz neu ist diese Idee natürlich nicht, gibt es doch bereits einige Jahre das Novum und das Zoom von Charly. Das Zoom erwies sich jedoch als sehr kompliziert bei der Einstellung und das Novum hat auch so seine Tücken. Vor allem war alles, was mit liegen zu tun hat, den "Profis" vorbehalten, wir Ottonormalflieger sitzen. Und genau das ändert sich jetzt, ob Firebird Nitro, ProDesign Jam Pro, High Adventure Shining oder Sit In vom Parashop-Kössen - kein topmodernes Gurtzeug verzichtet auf die Liegeoption mit den schwimmend aufgehängten Schultergurten. Dabei sind die Lösungen und Konstruktionen natürlich verschieden.

Echte Liegegurte sind nach wie vor selten am Markt, neben dem bekannten Firebird Demon und dem Liege/Sitz-Gurt Woody Valley X-Over habe ich bei High Adventure noch einen schönen Kompromiß gefunden. Ich unterscheide bei diesen Zwittern ganz bewußt Sitz/Liege und Liege/Sitz, fliegt man die oben genannten modernen Gurte vorwiegend sitzend und flacht sich beim Speeden ab, will ein X-Over schon gerne liegend geflogen werden und bietet die Option, sich auch mal zu erheben, wenn's eklig wird. Zu dieser zweiten Gruppe gehört auch der High Adventure-Gurt, dessen Name mir leider entfallen ist (oder wußte ich ihn nie?), hier liegt man sehr sportlich, kann sich aber problemlos aufsetzen. Allen diesen Liege/Sitz oder echten Liegegurten ist aber gemeinsam, daß sie nicht unerhebliche Abstriche bei der Sicherheit machen, und zwar bei der Anbringung der Rettung (oft unter dem Sitzbrett oder am oberen Rückenteil) und vor allem beim Protektor. Das besagte High Adventure Gurtzeug besitzt dann auch nur einen polsterweichen Alibiprotektor von lachhafter Dicke, ich denke schon unter diesen Aspkten sollten diese Gurte für Normalflieger nicht in Betracht gezogen werden.

Ich konnte mir ein Topgurtzeug der "neuen" Klasse für Anfang/Mitte Mai sichern und werde dann etwas ausführlicher zu der Technik schreiben, ob man zum Beispiel mit oder ohne Beinstrecker besser unterwegs ist, ob man die Liegeposition auch unbeschleunigt nutzen kann, wie es sich so kurbelt u.s.w..

Bei meinem Streifzug durch die Hallen fiel mir dann noch folgendes auf:
Besonders gut gefallen hat mir der Stand von Apco (bzw. dem Importeur Parashop Kössen), und zwar weil Apco endlich nach einem jahrelangen nichtgütegesiegelten Dornröschenschlaf erwacht zu seien scheint und in den Gasteigers einen kompetenten Partner für die "DHV-Gütesiegelzone" gefunden hat. Nach dem die erteilten Musterzulassungen schon einiges Engagement erahnen ließen präsentierte sich die Modellpalette jetzt sehr großzügig auf der FreeFlight - Apco ist wohl fester Bestandteil unseres Marktes geworden, und das ist gut. Auch fand ich auf dem Apco/ParaShop-Stand mit dem Meßprotokoll des Gurtes Sit In auf der ganze Messe den einzigen DHV-Protektortest zum einsehen.

NOVA präsentierte seinen Stand wie gewohnt sehr aufgeräumt, ein X-Ray schmückte dieses Mal das Areal. Ganz gelungen schien mir ein Gleitschirmsimulator, den ich allerdings nicht ausprobiert habe. Ebenfalls einen Simulator, allerdings ganz anderer Natur, gab es beim Stand der Bad Tölzer Wassererlebniswelt Alpamare: Hier konnte man virtuell eine Wasserrutsche herunterstürzen! Das Angebot erschien sich jedoch (vielleicht in Anbetracht des Wetters?) nicht allzugroßer Beliebtheit zu erfreuen. Auf dem Stand von Paragliding Armin Harich gab es die Serienversion der Pilotenverkleidung zu sehen, die einen sehr ausgereiften Eindruck hinterließ. Ob sich diese Form der Leistungssteigerung in Verbindung mit den neuen Sitz/Liegegurten vielleicht "flächendeckend" durchsetzt, bleibt abzuwarten.

Vieles drehte sich auf der FreeFlight um Motorfliegen mit dem Drachen oder Gleitschirm, so präsentierte Fresh Breeze den Motorschirm Silex aus der Swing-Schmiede, der speziell auf die Bedürfnisse der Motorschirmpiloten zugeschnitten ist (leicht zu starten, schnell, klappstabil). Wenig erfreulich das Verhalten der Fresh Breezer gegenüber einem unserer Motorschirmflieger, seinen Fragen nach der legal abgesicherten Testmöglichkeit des Schirms begegnete man mit völligem Unverständnis und schon fast arrogantem Spott, ich habe fast das Gefühl die Kunden werden in manchen Breichen animiert, sich über Gesetze und Verordnungen hinwegzusetzen. Wer dann im Fall des Unfalls den Schaden hat, braucht wohl nicht erwähnt zu werden. Eine schnelle und unbürokratische Lösung für derartige Testflüge hatte dann seltsamerweise auch nicht der Hersteller, sondern DHV-Vize und DULV-Chef Jo Conrad zu bieten. Auf jeden Fall werden unsere gesetzestreuen Motorschirmpiloten den Silex demnächst mal ausprobieren und uns ihre Einschätzung dann zukommen lassen.

Wenig neues gab es bei den Instrumenten, Braeuniger war wie immer am besten besucht, aber auch die Aircotec (entschuldigung, die neue Aircotec) mit ihrem TopNavigator und natürlich Flytec waren vertreten. Flytec präsentierte die Wetterstationen der Firma, die allerdings verdächtig baugleich mit den billigeren Huger-Stationen wirkten.

Auch die Fachzeitschriften fehlten nicht auf der FreeFlight, Gleitschirm-Thermik und Fly&Glide aus dem deutschsprachigen Bereich und CrossCountry aus dem englischsprachigen. Einen sehr großen Stand (im Vergleich zum letzten Jahr) hatte der DHV, der mit zahlreichen Mitarbeitern zur Stelle war. Dabei wurden neben den Mitgliedern auch Vereinsvorstände gut informiert und mit Infomaterial ausgestattet, es liefen Videos, die Produkte aus dem DHV-Shop waren zu haben und als Krönung konnte man den Drachen-Meßwagen bestaunen, leider mit geschlossener Motorhaube. Alles in allem war der Auftritt des DHV sehr gelungen.

So, das war mein Teil, nun Armin das Wort !

Martin

 

 

Hier also mein Part zur Free-flight.

In der Halle 1 gleich Rechts nach dem Eingang hatte die Firma Edel ihren Stand mit seinen allseits bekannten Produkten aufgebaut. Der Messestand wurde ganz in schwarz gehalten was sicherlich optisch seht gut anzuschauen war, insbesondere kam das gelbe EDEL-Logo auf dem schwarzen Hintergrund sehr effektvoll zur Geltung. Etwas nachteilig erwies sich die Präsenz einer Popcornmaschine auf dem Tresen. Dieses maisfressende Gerät hatte doch die Neigung den fertigen Popcorn im Umkreis von 1m zu verteilen, was wie Schuppen auf dem schwarzen Teppich aussah. Allerdings wussten sich die Edelleute zu helfen und rückten diesem „Schuppenproblem" mittels eines Gerätes der Firma Kärcher Sauginnovationen auf dem Pelz.

crispi.jpg (18306 Byte)Besonders Aufgefallen ist mir bei Edel ein Gleitschirmschuh Airborne des Italenischen Herstellers Crispi, welcher eine sehr stabile und herausnehmbare Verstärkung im hinteren Schaftbereich aufwies. Direkt neben dem Edelstand befand sich dann die Firma Firebird. Auch hier wurde alles ganz in schwarz gehalten. Selbst das gesamte Personal hatten alle schwarze Hosen und das Firmeneigene schwarze T-Shirt, mir dem roten FB Zeichen drauf, an. Die Firma Firebird bewies ihre Professionalität durch die sehr augenfällige Kenntlichmachung seiner Mitarbeiter. Jeder einzelne auf diesem Stand war absolut fachlich kompetent und konnte zu jeder noch so kniffligen Frage passende und plausible Antworten geben. Sämtliche Preislisten und Datenblätter waren griffbereit zurechtgelegt und es war für den Mitarbeiter kein Problem seine Argumente schwarz auf weiss zu untermauern. Solch eine kompetente und fachlich Auskunft war nicht bei jeder Firma selbstverständlich. Das Personal einiger anderer Aussteller war zum Teil noch nicht einmal in der Lage, einem den einen oder anderen Listenpreis der eigenen Produkte zu „verraten". Neu bei Firebird ist der geplante DHV-2er Booster. Ein besonderer Augenschmaus für die Fans von Knöpfen und Schaltern war wohl das komplette Cockpit einer MIG 21 F-13, welche uns neugierigen Betrachtern humorvollerweise als Rocket-Trainer vorgestellt wurde.

scooter1.jpg (16514 Byte)Das absolute Highelite auf dem Messestand der Firma Charly Produkte war ein neuartiger Protektor aus PS-Schaum. Der Charly Scooter ist aus grauem, zähem und sehr hochwertigen Neopolen, (eine Art Styropor) gefertigt und beschreitet damit einen neuen Weg in dem Protektorenwald. Ganz neu ist, das man zu diesem Protektor eine 10 seitige Betriebsanleitung bekommt. Desweiteren konnte man sich auf diesem Stand die zwei neueren Gurtzeuge Cruiser und Booster anschauen. An diesen zwei Gurtzeugen kann man doch den Siegeszug des elastischen Neoprenmaterials nachvollziehen. Alle Schnallen, Ösen und Haken sind sinnvoll verkleidet. Um die Funktionalität ihrer Windstopper Bekleidung zu beweisen war auf dem Charly-Stand ein Türrahmen ähnliches Gestell aufgestellt, welches in den Holmen Luftdüsen verbarg. Wenn man sich nun in diesen Türrahmen stellte konnte man sich selber einer Windgeschwindigkeit von 25- 50 km/h aussetzen. Air-fresh, super gut gegen Achselnässe. Ich jedoch bleibe lieber bei meinem altbewährten Deoroller. Den wohl grössten Messestand konnte sich die Firma Flight Design leisten. Das war wohl auch nötig, denn neben dem schon bekannten Extasy wurde ein neuer Starrflügler, der Ghost Buster in voller Pracht präsentiert. Der Ghost Buster ist wohl ein absoluter Hammer in der Welt der High-Tec-Gleiter. Im Achterlik befindet sich eine vom Piloten ausfahrbare Klappe, mit der man die Fläche von 12,6 m² auf 13,5 m² vergrössern kann. Gleichzeitig verändert sich die Streckung von 13,4 auf 12,5. Die Gleitzahl ist mit (rechnerisch) 20 angegeben. Gleitzahl mit Landeklappen ca. 7.

Die Firma Free Eagles delta motors stellte ein sehr sauber verarbeitetes Liegetrike vor, das scampolo. Ein einsitziges Leichtbautrike, welches einen Drachen mittels einen 14 - 18 PS Motor in die Luft befördert. Der Swingstand wurde etwas schlichter in der Ausstattung gehalten und bot mit seinen Stehtischen und großzügiger Platzgestaltung eine gute Plattform für den Meinungsaustausch zwischen Kunden und Hersteller. Ebenfalls mit viel freier Flächen zum Rumstehen und „Tratschen" warteten Fly-Flugsport GmbH-Wills Wing, freeX und Airea auf. Airea begeisterte durch richtige Stühle zum niederlassen, einem wirklich gelungenen 33 Seiten starkem Farbprospekt und seinem Eisbier. Airea hatte so ziemlich als einziger einen ganz neu gestalteten Stand auf die Beine gebracht. Nachdem man sich im letzten Jahr unter dem Motto "no more rodeo" präsentierte, verkörperte man heuer den Slogen "don´t dream it, fly it".

Einen gewaltigen Leckerbissen für Computerbediener und -besitzer gab es bei der Firma freeX für 5.-DM zu ergattern: Eine Multimedia CD-ROM. Auf der freeX digital air CD-ROM kann man sich mittels einfachster Bedienerebene alle Schirme dieser Firma anschauen, alle technischen Daten abrufen, DHV-Testprotokolle, ja sogar Videoclips der einzelnen Schirme beim Start, Landung, Einklappen, Fullstall, Wingover, Kreisen in der Thermik. Wirklich, absolut empfehlenswert und sicherlich einmalig im Bereich Gleitschirmfliegen. Über dem Stand Fly&More GmbH-ICARO 2000 hing der legendäre leichtgewichtige Starrflügler Atmos direkt über einem reichhaltigem Angebot von Qualitätshelmen. Die Firma UP war wie gewohnt mit ihrer cultbehafteten Wellblechhütte und der Lümmel-Couch präsent. Wirklich Weltklasse waren die Vorführungen eines Artisten auf dem UP-Stand. Dieser Künstler machte erst einen auf Roboterpantomime bevor er mit einer Jongliernummer fortfuhr. Dieser Tausendsassa stolzierte den ganzen Tag in einem neongrünen Fantasievogelkostüm und auf Stelzen durch die Messe. Die Flugvorführungen im Freien hielten sich stark in Grenzen, da die Basis selten über den Gipfel hinaus wollte. Dennoch liessen es sich die Härtesten der Akroflieger, Mike Küng und X-DreamDani, nicht nehmen und boten uns allen trotz leichten Graupelschauer eine kurze Akroshow. Der leichte Niesel beeindruckte die Piloten wenig, sie hatten ja Schirme dabei. Da das Wetter leider die ganzen Flugvorführungen unmöglich machten, boten die Veranstalter dafür im Stundenrhythmus Vorträge, Filme und Vorführungen auf der Bühne in Halle 1 an. So gegen 19.30Uhr zogen dann die wirklichen Forumler zum Karl Slezak an den Stand um Ihn noch seines letzten Bieres zu berauben. Leider konnte der Karl nur noch mit einem leeren Kasten aufwarten. ABER das ist doch für unseren Karl kein Problem , er liess alle seine Beziehungen spielen, um uns in kürzester Zeit dennoch zu einem gemütlichen Umtrunk zu begrüssen.

Im Allgemeinen war es mal wieder eine gelungenen Free-flight. Wenn der Henne meint ich hätte etwas an der Organisation zu kritisieren, dann muss ich ihn ganz einfach enttäuschen. Leider gab es keinerlei Ansatzpunkte, um irgendwo rum zu meckern. Die Messe war sehr aufgelockert und nicht zu vollgestopft mit Händlern. Das Hilfspersonal war durch die Einheitlichen Jacken gut zu erkennen. Das Messeprospekt war übersichtlich und nicht so verspielt wie im letzten Jahr und die Gastronomie war auch viel, viel besser als zuvor. Kritisieren kann man nur einige Hersteller bzw. Aussteller. Manch ein Besucher hatte doch das Gefühl, das sich einige Händler/Hersteller zwar präsentieren wollen aber nicht bereit sind auf den möglichen Kunden zu zugehen. Nein, da spielt man lieber Verstecken und „ich sehe dich nicht" mit dem Kunden, man unterhält sich dann lieber mit dem eigenen Mitarbeiter und hofft, dass der Typ, der da so fragend auf dem Stand steht, möglichst bald verschwindet. Womöglich will der ja sowieso nichts kaufen. Mir selber ist diese Art der Kundenbehandlung erst gar nicht aufgefallen. Als wir uns dann Abends mit einigen anderen Messebesuchern unterhielten, viel mir das erst im Nachhinein auf und ich konnte diese unprofessionelle Haltung leider nur bestätigen. Es war bei einigen Ständen auch ziemlich schwer herauszufinden, wer nun an diesem Stand mein Ansprechpartner ist. Da wurden diese netten kleinen Ausstellerausweise unleserlich am Hosenbund getragen, womöglich mit den Händen verdeckt und um einem anstrengenden Gespräch zu entgehen, tarnt man sich am besten mit dem selben fragenden Gesichtsausdruck oder schaut einfach Löcher in die Luft. Ich hoffe dem einen oder anderen hat mein kleiner Beitrag gefallen. Ich möchte nur noch abschliessend sagen, dass ich auch nur ein einfacher Gleitschirmflieger bin und die Messe aus der Sicht eines normalen Besuchers betrachtet habe. Für Kritik und Ergänzungen bin ich natürlich immer dankbar. Sollte ich den einen oder anderen Fehler begangen haben, bitte ich natürlich um sofortige Korrektur.

Armin Appel

 


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