Free Flight 2000 vom 14. bis 16. April

Text + Fotos von Hans Keim

 

ff2000_1.jpg (31749 Byte)Zum 3. Mal traf sich die Gemeinde der Drachen- und Gleitschirmflieger auf der free flight in Garmisch Partenkirchen. Pünktlich öffneten die Tore am Freitag zum größten europäischen Fliegerevent.

Aufregendes gibt es auf der Gleitschirmseite nicht zu berichten, aber auch der Drachenmarkt, mit Ausnahme der Starrflügler konnte nichts Neues aufweisen. Es wurde im Detail gefeilt und verbessert.

Das Ausstellungskonzept hatte sich gegenüber dem letzten Jahr insoweit geändert: Das Freitags Konzert und die Party am Samstag, letztes Jahr noch im Eintrittspreis enthalten, mußte dieses Jahr mit Preisen bis über 20.—DM zusätzlich bezahlt werden.

ff2000_4.jpg (35888 Byte)Gegenüber des letzten Jahres, als man im Schnee versank, war es dieses Jahr sehr föhnig. So konnte am Freitag nicht geflogen werden. Am Samstag legte sich der Föhn zunehmend und so konnten morgens und mittags einige Vorführungen unter freiem Himmel stattfinden. Besonders beeindruckend waren die Vorführungen der AK München, die einen 3 minütigen Segelkunstflug vorführten. Gelandet wurde direkt hinter dem Freigelände im Sichtbereich der Zuschauer. Mike Küng zeigte direkt anschließend Flugfiguren, die man als Abstieghilfe mit dem Gleitschirm wohl bezeichnen könnte. Dabei wurden einige hundert Meter in wenigen Sekunden vertikal zurückgelegt.Der Abschluß bildete die kontrollierte Landung im Eisstadion.

Gegen Mittag brach der Föhn zusammen und gab den Weg der aus Norden kommenden Kaltfront mit Staubewölkung und Steigungsregen frei. Vorbei wars mit dem schönen warmen föhnigen Wetter und man fühlte sich bei sinkender Schneegrenze schnell an das letzte Jahr erinnert.

Bernd aus U'dorf !Wer Zeit mitbrachte konnte dann doch das eine oder andere Nützliche finden, oder aus Vorträgen gerade Erlerntes in der Praxis umsetzen. So gab es doch einige sehr Gute Tips über Gurtzeugauswahl, Erkennen von stabilen Sackflügen in der Thermik und deren Ausleitung, Funken beim Fliegen und anderes.

Am Innovativsten zeigte sich die Starrflüglerszene. Mit großen technischen Plakatwänden und zwei Atosgrößen stellte sich der Atos vor. Eine kleinere Größe für leichte Piloten war zu sehen. Eine weitere Studie für die verkleidete Supine Flugposition war aufgebaut. Jos Guggenmos E7 wurde durch den ESC ersetzt. Er besitzt jetzt Randbögen und einen neuen Segelschnitt. Solar Wings zeigte Ihren ersten Starren, der aber mit keinen eigenen Ideen aufwarten konnte. ff2000_3.jpg (30532 Byte)Der Explorer in Supine Flugposition mit Seitenrudern war ebenfalls zu bewundern. Der Ghostbuster hat es nach seiner letztjährigen Premiere zwischenzeitlich zur Serienreife geschafft. Mit 38 Kilogramm ist er so schwer wie sein Vorgänger der Exxtacy.

Eine echte Neuigkeit und von Insidern erwartet gab es am Samstag. Aeros stellte seinen Starrflügler Proto vor. Die Besonderheit: Er wird nicht mit energievernichtenden Störklappen gesteuert, sondern mittels einer Körperbalkenwaage werden Höhenruder angesteuert. Damit ist kein Wackeltrapez mehr notwendig, jedoch wie gehabt, die konsequente Gewichtsverlagerung. Eine interessante technische Variante, die aus der Ukraine vorgestellt wurde.

Neben den Ständen für Flugsport gab es noch das Internetcafe, ein Filmvorführraum, ein Kinderland, eine Kletterwand und mindestens 3 Flugsimulatoren.

Zusammenfassend ein Event mit Unterhaltungswert, eingerahmt in Standparties mit Freibier und brasilianischen Combo Bands, ließen den Föhn und Steigungsregen schnell vergessen.


newsduck's corner

Martin

 +++ bei Apco-Importeur Parashop Kössen gab es mal was ganz neues: nicht ein fertiges Produkt wurde präsentiert sondern der aktuelle Prototyp des neuen (noch namenlosen) Gurtes, der in ca. 2 Monaten fertig sein soll. So konnte jeder probesitzen und sein feedback einbringen um ein möglichst perfektes Ergebnis zu erarbeiten. Die eine oder andere gute Idee dürfte für Pier Gasteiger dabei gewesen sein und daher darf man sich bestimmt schon mal auf das Ergebnis freuen! Innovation sitzt dabei vor allem in der Anbringung der Rettung.+++

 +++ Hartmut geht! Airbase verlegt den Standort aus dem kalten Deutschland auf das sonnige Madeira, alle bürokratischen Hürden sind genommen, jetzt geht's an's Koffer packen. Damit steht Hartmut jetzt ganzjährig als kompetenter guide zur Verfügung - das nächste Winterziel ist also klar! +++

 +++ Weniger ist manchmal mehr, nach diesem Motto ist wohl auch der Gurt Smart light von Skyline (bzw. Team Beyhl) entstanden. Das kompakte Stück macht einen guten Eindruck und zeigt einige durchdachte Details, probefliegen sollte sich lohnen. +++

 +++ Mehr ist manchmal auch mehr, daher gibt es das Alpine von Thin Red Line jetzt mit Stautasche auf dem Rücken. +++

 +++ Abwechselungsreich präsentierten sich die Schwangauer Gleitschirmhersteller Firebird und Edel: Während Firebird in strikt durchgestiledtem schwarz-rot ein hohes Maß an corporate identity in's Rennen warf zeigte sich Edel kunterbunt durch die Graffitti-Künste einer Garmischer Schüler-Truppe. Dank dieses outfits gewann die Truppe um Richy Roth dann auch den Kreativ-Preis der FreeFlight! Bei Firebird konnte man hinter der Theke einen Blick auf das neue hotship "Blade" erhaschen, mit dem die Wettkampfcracks diese Saison zuschlagen wollen. Eine GS-Version ist für 2001 geplant. +++

 +++ Armin Harich's bzw. Ralf Grösel's Textilklinke soll nun bald mit GS erhältlich sein. Wie zu erfahren war plant Aerosport die Produktion, so daß die ewige Hürde "anerkannter Herstellerbetrieb" genommen ist. +++

 +++ Richtig gut gefallen hat mir der GS-Flugsimulator auf dem NOVA-Stand. Grafisch wie fliegerisch gelungen könnte er einem so manchen Regentag versüßen. Vielleicht gibt's bald einen Bausatz für daheim? +++

 +++ Auf der Samstags-Party von Bayern3 mußte auch DJ Matthias Matuschick lernen, daß Flieger eher auf Brain Adams und Bon Jovi abfahren, als auf seine house-music. +++


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