Free Flight 2001


Nachdem Hans Keim sich die Mühe gemacht hat, einen Artikel über die Drachenszene der Free-Flight zu verfassen, nun mein Bericht von der Free-Flight aus der Gleitschirmszene. Ich selber war fast den ganzen Samstag und Sonntag bis 14 Uhr auf der Free-Flight in Garmisch. Der Samstag war gezeichnet vom Dauerregen und lies keinerlei Flugvorführungen zu. Das Event war am Samstag gut besucht. Dennoch blieb genügend Platz zwischen den Ständen, um ungestört, mit dem einen oder anderen Bekannten ein kleine Pläuschen zu führen. Von den Ausstellern waren fast alle Hersteller und einige grössere Flugschulen vertreten. Insgesamt ware es weniger Aussteller gegenüber dem Vorjahr. Auffällig der deutliche Rückgang an Motorhersteller für Gleitschirm und Drachenmotoren. Lediglich Fly Castelucio , Fresh Breeze bei den Rucksackmotoren für Gleitschirmflieger und der Mosqito Motorgurt für Drachen waren auf der Messe vertreten. Dafür hat jeder Gleitschirmhersteller mindestens ein "KITE" im Programm. Überhaupt ist "KITING" die neue Trendsportart. Ganz "ohne" scheint dieses Kiten nicht zu sein. Wurde der Hinweis in einem Herstellerprospekt: "Achtung: Kiting bei Windgeschwindigkeiten von mehr als 20 km/h kann gefährlich sein." Durch einen, an Krücken gehenden Toni Bender bestätigt.
Reichhaltig war das Angebot von Gurtzeugen jeglicher Art. Überall konnte man Gutzeuge für Gleitschirme und Drachen Probesitzen/liegen. Selbst Kindergurtzeuge in verschiedenen Grössen von unterschiedlichen Herstellern erlaubten eine befriedigende Auswahl und der Preis von 400.-DM bis 500.-DM scheint bei der geringen Stückzahl durchaus gerechtfertigt. Der durchschnittliche Preis von 1000.-DM bis 1200.-DM für  die "normalen" Gurtzeuge erschien, trotz scheinbar ausgereifter Sicherheit und Details recht hoch.
Voll im Trend sind die Solarstundenzähler, welche von jedem Gleitschirm/Drachenhersteller als Option angeboten werden. Diese Solarstundenzähler sind kleine, 18 g leichte Digitaluhren, die auf dem Obersegel eingenäht werden und die Sonnenbelastung des Fluggerätes anzeigen.
Einen der grössten Stände hat wohl die Firma NOVA mit Charly Finsterwalder zusammen. Da konnte sich jeder Flieger aber auch Nichtflieger mit Windstopperbekleidung, Adidas Brillen oder anderen Accessoires eindecken.
Direkt gegenüber war ein sehr kleiner Stand der Firma Schwenkel sprint. Dieser Hersteller von Handschuhen und Sportbekleidung fiel durch sein Sponsoring der Gleitschirmnationalmannschaft auf.
Auch einen Extrem kleinen Stand hatte die schwäbische Firma Renschler Instrument. Diese stellte ihre neuen SOL 15 & SOL 17 Varios der Serie 1X vor. Ein, mit Solarzellen betriebenes, Vario mit integriertem GPS-Modul. Diese GPS-Modul wird ebenfalls über die eingebauten Solarzellen mit Energie versorgt!!! Ein integrierter Li-Ionen-Akku mit 1100 mAh sorgt bei Dunkelheit für eine Reserve von 40 Stunden. Auch sehr klever ist die Idee, den üblichen Flügelradsensor durch ein speziell entwickeltes Staudruck Messsystem abzulösen. Dieser Sensor (auch Schleppsensor) hat keine beweglichen Teile, sondern lediglich eine unempfindliche, ggf. leicht zu reinigen Düse. Der Messbereich ist mit 5-350 km/h grosszügig ausgelegt.  Eine Variante, die den Anschluss eines PDA (Handheld, Palm, Pocket PC) und die gesamte GPSanschlussnutzzung wie z.B.moving Map oder Navigation über diese "Taschen PC" während des Fluges ermöglicht wird Mitte 2001 fertig sein. Der Topnavigator ist tot, das SOL 17AE  lebe hoch.
Besonders lustig anzuschauen, waren zwei Teenys, welche ständig ein ca. 1,5 Meter langes und 50 cm Hohes schwarz/weisses freex Schild durch die Halle spazierentugen. Der freex Stand war ganz in Schwarz gehalten. Die Firma freex erfreut sich  trotz des Widerstandes gegen den "Direktverkauf"  aller bester Gesundheit, was sich an der "Herstellung" eines reinen Wettkampfgerätes (arrow) (Breitenerprobungsgerät) ablesen lässt.
Wer auf dem UP-Stand nach der Kult gewordenen Wellblechhütte ausschau hielt, suchte vergebens. Die Firma UP präsentierte sich in ihrem neuen Design auf einem sehr übersichtlichen Stand. Lediglich einige Gurtzeuge konnten auf dem Stand probe gesessen werden. Die Auskunftsbereischaft und Bedienung durch das Standpersonal war sehr gut.
Auch sehr "aufgeräumt" erschien der Stand des Gleitschirmhersteller SWING.(Hier bin ich etwas befangen, da ich ja ein SWING-Produkt fliege. Mir persönlich hat die Freundlichkeit und Auskunftsbereitschaft der Swingmitarbeiter Hartmann, Hüglin und Ponds sehr gut gefallen)

Generell kann man sagen, dass die Beratung und Bedienung von den Meisten Herstellern sehr gut, ja sogar manchmal Vorbildlich war. Hier hat sich meines erachtens in den letzten zwei Jahren wirklich etwas getan. Ein Lob an alle Hersteller.

Eine absolut neue und für den Gleitschirmmarkt eher ungewöhnliche Präsentation hatte wohl EDEL. Mit Albert Einstein wirbt Kevin Payne, Geschäftsführer Edel GmbH, für die "Clever Line" Hier ein Auszug aus dem "Catalogue 2001": In die Entwicklung neuer Schirme fließen heute mehr aerodynamische, physikalische und mathematische Gesetzmäßigkeiten, Flugerfahrung, "Genjalität" und "Weissheit" ein als je zuvor. Edel hat sich deshalb entschieden der Komplexität solcher Neuentwicklungen durch die Namengebung der Gleitschirme endlich einmal Rechnung zu tragen.
GENIUS (1-2), WISDOM (2), und TANGENT (Tandem1-2) sind die Produkte dieser Überlegung."
Firebird präsentierte ihren Doppelsitzer CHOICE. Mittels eines Reissverschluss kann man den Gewichtsbereich zwischen 110-180kg und 140-220kg wählen. Es werden in der Mitte 3 Zellen zusammengefaltet und mittels Reisverschluss in das innere der Kappe weggezippt. Damit der Reissverschluss nicht aufgehen kann wird das Ende durch einen Klettverschlusses gesichert. Die DHV-Test im oberen Gewichtsbereich hat der CHOICE mit 1-2 bestanden. Mit Stefan Hüglin und X-Dream Dani war auch der Firebird Stand mit absoluten kompetenten und auskunftswilligem Personal besetzt.
Airea war mit der kompletten Mannschaft anwesend. An einer aufgeblasenen, durchsichtigen Flügelhälfte konnte sich der interessierte Besucher ein Bild von dem Innenleben der Airea Schirme machen. Das Herz des Airea-Standes bildete eine kreisrunde Theke an der Getränke und Knabberzeug gegen geringes Endgeld ausgegeben wurde.  Übrigens, wer sich fragte, was denn wohl in den formschönen Metallfläschen auf dem Drehteller sei. Es handelte sich dabei um Airea-Perfüm (Cool wather von Davidoff).
Einen etwas kleineren aber gut bestückten Stand beschrieb Richy Roth von APCO Deutschland. (Vielen Dank für die Capy)
Sehr angenehm sind diese Jahr die Leute von Sicherheitsteam aufgefallen. Die Leute von der FEUERWEHR waren sehr freundlich und hilfsbereit. Auch musste man keine Angst haben, wenn man mal etwas frech war, das man gleich eine drauf bekommt. Hier mal ein ausdrückliches Lob an den Veranstalter.
Diese war nur ein kleiner Streifzug durch die Free Flight 2001 in Garmisch. Sicherlich waren da noch einige andere erwähnenswerte Neuigkeiten, doch alle hier auf zu zählen, würde sicherlich de Rahmen sprengen.
Ich für meinen Teil bin mit der Free-Flight zufrieden, nur schade, das dass Wetter so schlecht war und ein Grossteil der Flugvorführungen ins Wasser fielen.
Armin Appel 09.04.2001


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