Firebird Hornet M
Am Motor als Motorschirm geflogen. Von Bernd Keck (Nationalmannschaft Motorschirm)


Hallo Fliegerkameraden
Über den Armin habe ich nen Demo-Hornet bekommen.
Armin Appel sagte, ich soll euch schon mal die ersten Eindrücke schildern. Nach nur zwei Flügen kann man noch nicht sehr detailliert berichten, aber fürs erste mal ganz aussagekräftig.
Hier der erste Kurzbericht

2 Starts bei 0-Wind  0-Thermik 15° Grad  25 min

Auslegen:gut, denn Leinen neigen nicht zum Verheddern oder Krangeln. Sortieren. Gut, Leinen  sind farblich gut getrennt, das Klettband zwischen den beiden A-Tragegurten ist sehr hilfreich.Jedoch die Fixiergummis an den Leinenschlössern sind zu lose, sodass das Schloss sich drehen kann. Tragegurte gut, Vorteil D-Gurte mit Bremse sind sehr weit unten angenäht was gut für das Bodenschirmhandling ist beim Aufziehen. Klettband zwischen geteilten A-Gurten ist ne feine Sache. Schirm Die teilweise geschlossenen Eintrittskante ist beim Auslegen gewöhnungsbedürftig( es kann nicht gehalten werden beim Auslegen)
Verarbeitung: o.K. Sichtfenster in Kappe = ? (ist für einen Solaren Sonnenstundenzähler) Design  erinnert etwas an Silex (rallyestreifen)
Start Bei 0-Wind echt gut. Diese O-Windverhältnisse sind sehr wichtig, denn da kann sehr viel und genaues ausgesagt werden. z.B. geringe Abhebegeschwindigkeit, kein seitliches Ausbrechen, kein Hintenhängenbleiben.  Der Schirm steigt bei mittlerem Zug gleichmässig auf ohne hinten hängen zu bleiben oder zu überschiessen. In den Tragegurten kann gut ohne Sicht nach oben "gefühlt" werden was der Schirm macht. Dieses Feeling ist beim Motorschirmfliegen sehr wichtig , da beim Start/Aufziehen kein Kontrollblick gemacht werden kann, da der Schirm zu weit hinten hängt in dem Moment der Startphase. Die Zeit des Aufziehens ist nicht zu lang wie bei manch anderen Langleinerschirmen. Der Schirm trägt bereits gut schon bei geringer Geschwindigkeit. Flug Der Schirm weicht nur wenig nach rechts aus um dem Drehmoment des Motors nachzugehen. sehr spritziges handling Der Schirm reagiert sehr prompt auf Steuerleinenbewegung.Anfangs mit leichter Kraft dann später doch mit progressiv zunehmenden Kräften.Bei meinem ersten Testflug konnte die V min bis auf 22-23km/h reduziert werden, was sehr genaues Ziellanden mit Schleppgas ermöglicht. V tr=34-35km/h  Vmax= 45-46km/h   Tröstet euch, bei der V max am Motorschirm. Es gab bei allen Tests zuvor mit anderen Schirmen keinen der die angegebene V max des Solo-Fliegers geschafft hätte. Liegt am anderen Anstellwinkel des Schirmes. Wird das Gas rausgenommen läuft er schon schneller, aber das will man in diesem Fall ja nicht. Kappe liegt sauber in der Luft; auch bei V max kein Flattern an der Eintrittskante. Steilkurven: nach Einleiten nachlassen der Steuerleinen nötig da der Schirm sonst auf die Nase gehen will. Jederzeit gut kontrollierbar. Kurvenwechsel sehr schnell möglich. Der Schirm reagiert nicht teigig und taucht auch nicht stark durch. Speedsystem lässt sich mit geringer Länge voll durchtreten. Sehr leicht gängig mit geringen Kräften, sodass man beim Motorschirmfliegen auch lange Zeit gedrückt fliegen kann. Speedzuwachs ca.11km/h sehr interessant dabei, dass bei Fullspeed kaum mehr Gas im Horizontalflug gegeben werden muss um Höhe zu halten, was hier für eine sehr gute Leistung des Schirmes spricht. Die Gute Leistung des Schirmes kann auch an hohen Steigwerten von 3m/s  bei Vollgas ersehen werden.(andere Schirme ca.2,5m/s) Ohrenanlegen Mit geteilten A-Gurten gut möglich. Interessant, dass bei doch verhältnissmässig hoher Flächenbelastung (Abfluggewicht ca.120kg) die Ohren sehr leicht mit wenig Kraft einzuholen sind und gehalten werden können. Sinken ca. 3 m/s mit Speed ca3,5-4 m/s. Die Ohren öffnen wieder selbst  sehr sanft ohne Pumpen.(Macht richtig Spass) Turbulente Bedingungen oder Thermik keine Aussage möglich wegen fehlendem Wetter Starkwindverhältnisse Start/Landung keine Aussage möglich wegen fehlendem Wetter Landung sehr einfach auch langsam mit gut korriegierbaren Steuerbewegungen. Einpacken in den Sack nur ungern weil der Pilot fliegen möchte.

Hornet Trimmspeed

Hornet Vollgas
 



Zusatzbericht   Hornet Demo rot (25.10.2001) 

Der erste Teil des Berichtes befasste sich mit dem Test des Schirmes als Motorschirm. Ich hatte ja mit Armin Appel angekündigt, dass wir in die Dolomiten zum Fliegen  gehen werden um den Schirm dort zu testen.
Nun die ersten Eindrücke als „Solo-Schirm ohne Motor"
Auslegen, Leinen, Sortieren, Leinenmaterial..... wie mit Motor: ohne Kritik; jedoch auch hier sind die Leinenschlösser zu lose. In Summe  sehr gut.

Start: Die Kappe kommt  gleichmäßig und angenehm „weich“ hoch. Weil ich doch eben den etwas impulsiveren Motorschirmstart eben öfters praktiziere musste ich beim ersten mal doch etwas anbremsen weil er sonst zu weit nach vorne gekommen wäre, bei den anderen Starts hat’s dann gut funktioniert. Der Schirm hat keine Tendenz auf die Seite auszubrechen, und lässt sich fein dosiert in Richtung bringen. Das Fliegen beginnt sofort mit dem Start, weil der Schirm nicht zuerst viel Fahrt aufnehmen muss um zu fliegen, also kein Durchtauchen.  Ein Freund, der einen meiner Starts beobachtete, meinte, weil ich beim zweiten mal schon früh gebremst hätte, dass der Schirm nie hochkommen würde. Er war sehr erstaunt dass der Hornet trotzdem locker nach oben stieg. Die Abhebegeschwindigkeit ist angenehm niedrig. Beim ersten Fliegen fällt auch hier der geringe Bremsleinendruck auf.  Der Schirm reagiert sofort auf den ersten Zug. Er läst sich sehr feinfühlig steuern.
Beim Einfliegen in Thermik nickt die Kappe kaum zurück, und nimmt die Thermik zügig an. In der Kappe ist  seitliche Thermik angenehm gut zu erfühlen, ohne dass sie kipplig wirkt. Sie dämpft stärkere Turbulenzen  gut, sodass man unter dem Schirm ein gutes Gefühl hat. Schwächere Thermik lässt sich gut durch Gewichtsverlagerung ansteuern. Wobei hier auch Bremsleinensteuerung nicht schadet, weil die Sinkrate kaum mehr zunimmt.  Die Leistung/Sinkgeschwindigkeit des Hornet ist echt super.  Das Ohrenanlegen auch hier sehr einfach und butterweich mit ca. 3m/s. Nach dem Loslassen öffnen sie sehr dosiert von selbst. Landen ist sehr angenehm weil sich der Hornet über den langsam steigenden Bremsdruck gut ausbremsen und somit auch langsam fliegen lassen kann. Null problemo.
Ergebnis: sehr empfehlenswert.

Bernhard Keck


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