One day stand: Astral 2.28

Am 8. April und am Germancup Hindelang 30. April - 1. Mai 2000 konnte ich den Astral 2.28 mal fliegen. Da es vielleicht den einen oder anderen interessiert, was für einen Eindruck ich von diesem Gerät gewonnen habe, schreibe ich meine Erfahrungen einfach mal nieder und stelle es in die Lahme Ente. Vorne weg möchte ich noch sagen, das ich seit 6 Jahren nur noch Hochleister geflogen bin und der Astral 2.28 der erste 2er ist, den ich seit dieser Zeit "probiert" habe. Aus diesem Grund bin ich ein klein wenig verwöhnt vom Leistungspotitenal der "Rennmaschinen".

Das erste mal durfte ich den Astral 2.28 im April an der Winde fliegen. Es ist sehr angenehm wie sauber und Spurtreu sich der Astral 2 an der Winde im Steigflug unter Zug verhält. Kurskorrekturen konnte man mit geringem Bremseinsatz und an der Winde ungewöhnlich niedrigen Kraftaufwand durchführen. Nach dem Klinken viel mir die für eine 2er ungewöhnlich hohe Trimmspeed auf. Auf dem Gelände waren leichte Windscherungen und Turbulenzen. Der Schirm glitt sauber durch diese bewegte Luft hindurch. Diesen Charakterzug kennt man normalerweise nur von Hochleistern. Durch diesen kurzen Windenflug fragte ich mich, wie sich der Astral wohl im Wettkampf verhält. Nach einem Gespräch mit Kalli Hüglin (Swing) wurde die Idee geboren, den Astral 2.28 im German-Cup auszuprobieren. Nur noch schnell ein Telefonat mit Günter Wörl (Swing Chef), dieser zeigte sich sehr aufgeschlossen und mir wurde am German-Cup in Hindelang ein gelber Astral 2.28 für diesen Wettkampf zur Verfügung gestellt.

Mein Badewannenabtropfgewicht beträgt 88kg. Das Startgewicht liegt bei 117 kg. Die Basis war sehr niedrig. Das Maximale Steigen lag bei 3m/s. Gegen Nachmittag hatten wir mit dem zunehmenden Nordwind (10-15km/h) und den dadurch entstehenden Leebärten/Leefallen zu kämpfen.
Den Bremsweg kann man durchaus als "mittel" bezeichnen. Auffällig ist, das der Astral 2.28 auf geringen Steuerweg reagiert. Insgesamt kann man sagen, dass der "Bremsweg" absolut proportional gehalten ist. Damit meine ich: Wenn man wenig an der Kurveninnenseite zieht der Schirm eine grosse Kurve macht und wenn man immer mehr an der Steuerleine zieht, dass er kontinuierlich einen immer enger werdenden Kreis beschreibt. Bei anderen Geräten kommt der Schirm erst fast gar nicht, bis zu einem bestimmten Punkt, um dann in die Kurve abzutauchen wie Schmitt's Katze. Genau das ist beim Astral 2 nicht der Fall. Der  Kurvenradius lässt sich sehr gleichmässig steuern. Auf Gewichtsverlagerung reagiert dieses Gerät ebenfalls sehr gut und nimmt mit Gewichtsverlagerung eine höhere Kurvenneigung auf. Durch diese gelungene Kombination von Bremsleineneinsatz und Gewichtsverlagerung steht einem die fast endlose Palette der verschiedene Kurvenvarianten wie Flachdrehen, regulieren in der Steilspirale, die geschobene (geslippte) Kurve oder die abgewürgte Kurve ohne Probleme zur Verfügung.

Über den Bremsdruck kann ich leider keine konkrete Aussage machen, da mir nichts aussergewöhnliches aufgefallen ist.
In der Thermik macht der Schirm gegenüber einem Hochleister einen eher gedämpften Eindruck. Dennoch ist ein feinfühliges Kreisen in der Thermik ohne weiteres möglich, man muss nur etwas genauer auf den Schirm "hören", seine Sinne ein klein wenig schärfen und schon ist man ganz oben mit dabei. In der bockigen Leethermik ist diese Dämpfung sehr angenehm und vermittelt einem jederzeit ein sicheres Gefühl. Ich musste mich wirklich zurückhalten, um nicht  in jedes Leeloch hinein zu fliegen, weil ich eben ein absolutes Gefühl der Stabilität und Sicherheit hatte. Das Gleiten im Trimmspeed ist für einen 2er eine echte Show. Zwar ist die Gleitzahl spürbar schlechter gegenüber einem  xxxxxxx (Hochleister) aber von der Geschwindigkeit schenkten sich diese zwei Geräte wirklich nichts. Das Geheimnis liegt am stabilen Gleiten im Trimmspeed. Während der Hochleisterpilot immer wieder mal mit der Bremse eingreifen musste um sein Gerät zu stabilisieren, konnte ich mit dem Swingschirm einfach ohne zu stützen die Turbulenzen durchgleiten.

Hier gilt wohl mal wieder der Grundsatz: "Wer bremst verliert und wer klappt ebenso!"
Genau das ist der springend Punkt der_springende_punkt.gif (2828 Byte) bzw. das hüpfende Komma das_huepfende_komma.gif (5313 Byte), wie mein Kollege Wolfgang Jauch jetzt sagen würde. Im "stabilen Gleiten" oder "im stabilen Gleiten, leicht beschleunigt", darin liegen die wesentlichen Vorteile des Astral 2.28. Dadurch, dass dieser Schirm sehr sauber, ohne Einklapper und ohne das man ihn sofort und ständig stabilisieren muss, durch Turbulenzen gleitet, hat man gegenüber einem Schirm der sich immer "aufrichtet" oder "einklappt", schlicht weg wesentliche Vorteile und kommt schneller und sicherer ans Ziel.
Der Beschleunigerweg ist relativ lang und die Piloten mit kurzen Beinen werden wohl um die 2. Sprosse am Speedsystem nicht herum kommen, was aber keine Problem darstellen sollte, da man als ambitionierter Pilot eh einen zweisprossigen Beschleuniger verwenden sollte, zum "kampfbeschleunigt" und "Vollgas" fliegen. Der Kraftaufwand zum Beschleunigen ist extrem gering und lässt längere Gleitstrecken im leichtbeschleunigten oder aber auch im vollbeschleunigtem Zustand zu.

Resümee: Ich denke ein Apco Bagheera ist momentan von der Leistung her immer noch der beste 2er auf dem Markt, allerdings handelt es sich beim Baggy um einen "verkappten" Hochleister und die Ansprüche an die Piloten entsprechen dem auch. Der Astral 2.28 ist sicherlich eine sehr gute Wahl für einen Streckenflug- oder Wettkampfeinsteiger/Piloten, insbesondere da es sich hierbei um einen echten 2er mit Tendenz zu einem 1-2er handelt. Generell hat es mir riesigen Spass gemacht mal einen 2er im Wettkampf zu fliegen. Für mich ist der Astral ein sehr sicheres "Fungerät" mit hohem Leistungspotential.
Dieser Bericht stellt natürlich nur meine Meinung da. Ich beziehe mich auf den Astral 2 in der Grösse 28. Wie die anderen Grössen "gehen" weiss ich natürlich nicht.

Happy Hippo Armin Appel

 


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